Donnerstag, 4. Oktober 2007

So, nun ist der Herbst auch in Madrid angekommen - es wird kälter und regnet sogar. Auch ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit, dann werden die "Terazas" aus dem Stadtbild verschwinden. Mal abgesehen davon, daß es ja in diesen Breitengraden nur normal ist, daß jetzt irgendwann die kältere Jahreszeit Einzug hält, war ich als mittlerweile sonnenverwöhnte Madrileña fast schon in der Versuchung, meinem ersten Besuch aus der Heimat zu unterstellen, dieses Wetter hierhergebracht und dann - was ja noch viel schlimmer wiegen würde - es hier vergessen zu haben. Scheinbar ist es aber doch nur eine verwirrte Laune der Regentrude gewesen, denn heute scheint wieder die Sonne am blauen Madrilener Himmel.

Ich will mich aber gar nicht über das Wetter auslassen - trotzdem bitte ich jedoch um Verständnis für diese wichtigen Sonnenangelegenheiten, ich bin ja schließlich in Spanien (sonst hätt ick ooch im kalten und verregneten Berlin bleiben können!). Und außerdem möchte ich den angehenden Besuchern nicht die Hoffnung auf den sonnigen Süden nehmen...


Was also letztes Wochenende geschah...

...alles begann am vergangenen Freitag, als mein - ich betone es gern nochmal - ERSTER Besuch aus Berlin eintraf: Schwester Lydia und Papa Frank.
In jeder Hinsicht eine Premiere!
Zudem aber auch eine Geburtstagsüberraschung von den Töchtern für den Herrn Papa - alle drei Weltenbummler für ein Wochenende zusammen unterwegs. (Zur Erklärung für alle "Unwissenden": wir Töchter haben das Reise-Gen eindeutig und sehr ausgeprägt von unserem Seefahrer-Papa.)




Vorbereitende Maßnahmen für das Wochenende:



Dann stürzten wir uns ins Madrider Leben - nach einer Erkundungstour durchs Stadtzentrum, einem ausgedehnten Spaziergang durch die verwinkelten Gassen und unzähligen kleinen Plätze, genossen wir leckere Tapas und Cerveca auf der Plaza de Santa Ana, dem Herzstück des Literatenviertels Huertas.

Statue vom spanischen Schriftsteller und Dichter Federico García Lorca:


...und unsereiner


...in leckeren Chorizo-, Salchicha-, Jamón- und Manchego-Genüssen schwelgend (na, läuft Euch schon das Wasser im Mund zusammen?)


Willkommen in Madrid!

Am nächsten Morgen stärkten wir uns mit einem ausgedehnten Frühstück...

... dann machten wir uns auf den Weg zum Palacio Real, dem Königspalast. Er gehört angeblich zu den größten Schlössern seiner Zeit (Mitte 18. Jh.), beherbergt neben 2000 Gemächern und Salons auch eine königliche Apotheke, sowie eine der größten Waffensammlungen der Welt.





Da man im Palast nicht Fotografieren darf, habe ich mir nachfolgende Bilder aus dem Internet geliehen (wer mehr sehen will: http://www.pbase.com/ngruev/palacio).

Der Thronsaal, mit rotem Samt ausgeschmückt:


Der Festsaal für Galadinner und Tanzabende:


Sogar eine kleine Kapelle gibt's:



Und die Schätze der Waffenkammer:




Ein seitlicher Blick auf den Palast vom Plaza de Oriente. Im Vordergrund steht ein Denkmal vom spanischen König Felipe IV.



Links und rechts davon finden sich noch weitere Statuen früherer spanischer Monarchen - man sagt, dass sie nachts von ihren Sockeln steigen, um sich die Beine ein wenig zu vertreten... (auch dieses Bild mußte ich mir aus der www-Welt borgen - die Bäume sind jetzt noch grün!)


Im Anschluß gönnten wir uns eine kleine Pause in einem gemütlichen Café am Plaza de Isabel II, gleich neben dem Teatro Real.



Unsere abendlichen Kochaktionen:



Sonntag gingen wir zum Rastro, angeblich Europas größtem Flohmarkt.





Erschöpfte "Abuela" (Oma), die sich scheinbar auch durch die Menschenmassen in den engen Gassen gekämpft hat:


Abends ging's dann aber für uns noch in den Jazzclub "Clamores", wo wir spanischer A-Capella-Musik lauschten...


... und das Wochenende gemütlich ausklingen liessen.




Der Montag war leider verregnet und wir beschlossen, ins "Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía" zu gehen, wo zeitgenössische Kunst zu sehen ist (Miró, Dalí und Picasso - hier hängt u.a. auch das Guernica-Gemälde von Picasso!).


Am Rande: Interessant finde ich, daß dieses Gebäude bis 1965 ein Krankenhaus war, bevor es zum Museum umgebaut wurde.

Das verlängerte Wochenende ging somit zu Ende - schön war's...
Der Besuchsmarathon ist nun also eröffnet. Zwar wird das kommende Wochenende nochmal etwas ruhiger, danach haben sich aber schon die nächsten Gäste angekündigt. Ich freu mich auf Euch!

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

hola antje, nachdem ich halbwegs wieder hergestellt bin, habe ich natürlich in deinem blog gestöbert und geschaut, was es neues in der hauptstadt gibt....impressionante... schön, dass eure papaüberraschung so gut geklappt hat. um den flohmarkt beneide ich dich sehr. santander ist ja doch sehr verschnarscht und verschlafen in dieser hinsicht und in einigen anderen auch... ich freue mich, dass du kommen wirst, wenn wir auch arge bedenken bezüglich des wetters dann haben. wir haben jetzt schon wahre nebelbänke und sturzbäche hier heraufziehen sehen. aber wir werden dich über die wetter und anziehlage auf dem laufenden halten. deine fotos sind auch sehr schön, am besten fand ich die abuela... apropo abuela, wenn du hier bist, erinnere uns daran, dass wir dir etwas zeigen müssen, am besten du bringst starke nerven mit, wir wissen nicht mal, ob wir das unserem klassensprecher zeigen können-so hammerhart ist das... sei für heute lieb gegrüßt und nochmal vielen dank für deine geburtstagsgrüße saludos y besos de simruth