Dienstag, 4. September 2007

Ankunft in Madrid

¡Hola!
Bin Sonntag in Madrid angekommen. Bei 30 Grad und Sonnenschein ist hier wunderschönster Sommer. Mein erster Eindruck war unglaublich positiv. Ich lief durch die Straßen, in denen ältere Damen und Herren plaudernd auf den Bänken saßen, vorbei an kleinen spanischen Läden und schönen alten Häuserfassaden. Um mich herum nur freundliche Gesichter. Und ich mittendrin - einfach herrlich...

Meine Mitbewohner Noe (31) und Eduardo (34) empfingen mich sehr herzlich. Die Wohnung ist für spanische Verhältnisse recht großzügig, mit einer schönen Terrasse und tollem Blick über die Dächer Madrids.

(Noe und Eduardo im Wohnzimmer:)

(Blick vom Wohnzimmer zur kl. Terrasse:)
(mein Zimmer:)
Ich wurde sofort ins WG-Leben integriert: am Nachmittag kamen Freunde vorbei und fragten mich neugierig aus. Noch ist mein Spanisch recht holprig, aber mir wurde geduldig zugehört. Zu meiner Überraschung verstehe ich sehr viel, denn die Spanier sprechen hier sehr deutlich (wenn auch unglaublich schnell).

Nachdem ich am ersten Abend todmüde ins Bett fiel, zog ich gestern abend mit Noe ein wenig durch die Straßen in unserem Viertel. Unsere Wohnung liegt im quirligen Stadtteil Malasaña, nur einige Minuten nördlich vom Zentrum. In Malasaña und Chueca (das nebenangelegene Schwulenviertel) soll es das pulsierendste Nachtleben der Stadt geben. Hier findet man unzählige Bars, Kneipen und Clubs, und natürlich viel buntes Volk auf den Straßen.
Wir kehrten in verschiedenen Bars ein, tranken Cerveza und erlebten eine großartige Feuerschluckerperformance auf der Plaza Dos de Mayo, dem Herzstück des Viertels Malasaña.
Willkommen in Madrid!
Ich fühle mich hier sauwohl! (Kann mir nicht vorstellen, dass mich irgendwann das Heimweh plagt... )

Gestern war dann mein erster Arbeitstag. Ich arbeite in einem Fotostudio mit vier jungen, chaotisch-kreativen und super sympathischen Fotografen. Hier wird vorwiegend Werbe- und Modefotografie gemacht. Das Studio liegt ein wenig ausserhalb, und ist ein ausgebautes Loft, in dem gearbeitet und gewohnt wird.

(die Küche, zentraler Punkt im Studio:)

(hier wohnt auch das Haustier - "Liz", die Schlange:)
Ich sitze am "Empfang" und habe meinen eigenen Schreibtisch plus Computer. Meine Aufgaben sind zunächst sehr einfach - hauptsächlich Internetrecherchen (so kann ich erstmal mein Spanisch auf Vordermann bringen). Ausserdem soll ich mir viele Fotos (Magazine und Ausstellungen) anschauen sowie bei Shootings dabei sein - um mein laienhaftes Auge etwas zu schärfen. Alles für den Anfang also sehr entspannt. Ich habe viel Narrenfreiheit. Find ich super!

(mein Arbeitsplatz:)

Es gibt hier keine Hierarchien und die Arbeitsatmosphäre ist sehr locker und angenehm. Während ich gerade diesen Text schreibe, plagen sich die Jungs mit einem Fotoshooting für Lebensmittel, das für sie eher öde ist (schlechte Qualität der Lebensmittel und Kundenwünsche, die nicht sehr viel Raum für Kreativität lassen), nehmen das Ganze jedoch mit Humor und machen viel Quatsch. Es wird viel gelacht.

(Jorge baut auf und packt die Lebensmittel aus:)
(...drapiert Melonen:)
(Unai und Jorge überlegen, wie sie den Wein ins beste Licht setzen:)
Auch hier wurde ich sofort herzlich aufgenommen und gehöre nun am zweiten Tag schon fast wie selbstverständlich dazu. Durch diese lockere Atmosphäre plus Herzlichkeit kommt es mir nicht vor, wie der zweite Tag, sondern eher als ob ich schon eine Weile hier bin.

Ihr seht also, es geht mir prächtig und ich komme aus dem Schwärmen gar nicht heraus.
Laßt es Euch auch gut gehen!
¡Hasta luego!
Antje