Dienstag, 11. September 2007

Erste Stadterkundungen

Nun habe ich zehn Tage hinter mir und fühle mich schon wie eine Madrileña.

Die letzte Woche war zwar etwas anstrengend, aber dafür natürlich auch sehr schön. Ich bin fast jeden Abend unterwegs gewesen und habe viele Leute kennengelernt (Spanier, Argentiner, Mexikaner etc.).

Am Wochenende habe ich dann die Stadt erkundet. Bis dahin hatte ich noch gar keine Zeit gefunden, mich in Madrid etwas weiter umzuschauen als in unserem Viertel.
Hier meine Stadteindrücke in Fotos:

Unsere Gegend:





Zunächst verschlug es mich in den Nordosten, in den Stadtteil Argüelle, wo ich eher zufällig den Arco de Victoria mit Quadriga - noch eine Hinterlassenschaft von Franco - entdeckte:


dort befindet sich übrigens auch das Hauptquartier der Luftwaffe:


Dann ging es ins Herz Madrids, in den Stadtteil "Sol". La Puerta del Sol - eins der Wahrzeichen der Stadt:Hier befindet sich unter anderem der Null-Kilometerstein der sechs Hauptnationalstraßen Spaniens, die sich sternförmig von Madrid aus über das gesamte spanische Festland erstrecken. Außerdem steht hier der Turm der Casa de Correos, dessen Uhr traditionell in der Silvesternacht jeden Jahres mit 12 Glockenschlägen das neue Jahr einläutet, wobei die Spanier zu jedem Glockenschlag jeweils eine Weintraube (las 12 uvas) verzehren - dies wird übrigens jedes Jahr landesweit im Fernsehen übertragen.


Auf meinem weiteren Weg...:


...zur Plaza Mayor - ein weiteres Wahrzeichen, mit vielen kleinen Geschäften und Restaurants in den Säulengängen:


Hier war früher mal der Hauptmarkt Madrids. Der Platz wurde zudem auch für Stierkämpfe, Fußballspiele und Feiern, sowie während der spanischen Inquisition für Hinrichtungen genutzt.

Durch die Torbögen gelangt man dann wieder in das verwinkelte Straßengewirr, das von einem kleinen Platz zum nächsten führt.




Der schönste und bekannteste Torbogen ist der "Arco de Cuchilleros":


Überraschend entdecke ich sogar ein Stückchen Kreuzberger Flair (naja, Deutschland ist irgendwie überall, Lidl und Media Markt gibt es in Spanien auch...):



Ich schlenderte aber nicht nur durch die Straßen, sondern schaute mir auch die späten Werke von Van Gogh in einer Sonderausstellung im Museo Thyssen an (und besorgte mir dabei gleich Dekomaterial für mein bis dato noch recht kahles Zimmer).


Danach schlenderte ich durch den großen und wunderschönen Parque del Buen Retiro. Da es Wochenende war, drängelten sich Gott und die Welt dort.


Einer der Eingänge zum Park:


und ein weiterer:


Das Highlight ist ein künstlich angelegter See mit dem Mausoleum für Alfons XII:


Auf dem See gibt es einen Bootsverleih - hier war "Rush-Hour":



die Promenade um den See war auch gut besucht:



es gab sogar Marionettentheater für die Kleinen:



Das Denkmal für Alfons:


Neben dem Denkmal kann man wunderbar am Wasser im Gras liegen und den Sonnenuntergang genießen.




Am Abend sitze ich fast immer mit Noe und Eduardo zusammen. Dann wird gekocht, gegessen, gequatscht und zu Liedern von Joaquín Sabina, einem bekannten und sehr beliebten spanischen Liedermacher, gesungen (er hat sogar ein Lied über die Berliner Mauer geschrieben - hey!) Noe hat alle seine CD's...

Nun noch ein paar abschließende Bilder, und dann wünsch ich Euch allen eine schöne Woche!

Noe schneidet den "heiligen" Jamón Serrano an der Jamonera, einem Schinken-Holzgestell, dass in fast jedem Haushalt und Lokal steht:


(dit Foto is jetzt nich so schick, aber so kommt der Jamón dann auf den Teller - hmm, lecker!:)

Jamón, Queso und Oliven stehen zu fast jeder Mahlzeit oder auch als Snack auf dem Tisch. Dazu gibt es natürlich ein schön gekühltes Bier aus der Hauptstadt, hier trinkt man "Mahou":


¡Salud!