Und wieder ist eine Woche rum - mensch, die Zeit rast...
Das vergangene Wochenende habe ich eher ruhig verbracht - Noe und Eduardo waren verreist und ich hatte die ganze Wohnung für mich. War auch mal sehr angenehm, wie Ihr Euch denken könnt. Nachdem ich den üblichen Hausarbeitskram hinter mir hatte, kaufte ich mir einen Strauß Blumen und genoß den Sonntag bei Sonnenschein auf unserer kleinen Terrasse.
Ach richtig, Ruth, und mal wieder: Samstag war ich auf einer Party - jemand von den verschrobenen Poeten aus Noe's Stammkneipe Bukowski hatte Geburtstag und mich eingeladen. Nun bin ich wieder um einige Bekanntschaften und wichtige Erkenntnisse reicher (am 16.9. ist mexianischer Nationalfeiertag "Día de la Independencia" - an dieser Stelle ein kräftiges "¡HOLA!" an unsere mexikanischen Freunde Stefi und Francisco; ausserdem weiß ich jetzt, wo ein asiatischer Lebensmittelladen in der Stadt ist).
Zudem hatte Unai Geburtstag und ich wollte ihm einen Kuchen backen, als Geschenk sozusagen. Tat ich auch, aber unter schwierigsten Umständen: es gibt in unserem Haushalt kein Gerät, mit dem man Eischnee steif bekommt (habe verschiedendste Experimente gemacht, alle erfolglos), und unser Backofen ist die reinste Katastrophe, da kann man weder die Temperatur regulieren, noch zeigt der irgendwas an... Es ging also ziemlich in die Hose. Unai zeigte sich aber sehr milde - das kuchenähnliche Etwas wurde angeschnitten und tapfer unter meinen staunenden Blicken gegessen (ein "Hoch" auf die Jungs!).
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Dann gab's zwei Highlights auf Arbeit:
1. Mein erstes Fotoshooting.
Im "Museo del Traje" - ja, die haben hier wirklich ein ganzes Museum für spanische Kostüme und Mode aus den unterschiedlichsten Epochen (wofür es nicht alles Museen gibt... - ich denke dabei auch an ein gewisses Spargelmuseum in Brandenburg... Mama, Du weißt, wovon ich rede).
Aber zurück zum "Museo del Traje".
Mit einem blutjungen Model aus Amsterdam, einer Kostümfrau und einem Maskenbildner verbrachten wir fast den ganzen Tag dort. Am Ende wurden dann 8 Fotos ausgewählt, für ein Modemagazin. Ihr werdet sicherlich verstehen, daß es mir dort unangebracht schien, mit meiner Knipse Fotos zu machen - hier also nur der Flyer.

Interessant fand ich, mal den gesamten Ablauf von so'nem Shooting mitzubekommen - das langwierige Prozedere, bis das Licht, der Winkel, die Pose und der Gesichtsausdruck des Models stimmen. Trotzdem verlor keiner seinen Humor - Blödsinn stellen sie immer an, das finde ich so klasse an den Spaniern.
Highlight Nr. 2 war dann eine Ausstellung, die ich besuchte (ja, das gehört auch zu meiner Arbeit - ¡Que lujo!).
Im Pavillion "Pabellón de los Jardines de Cecilio Rodríguez" im Retiro Park wurde die Ausstellung zweier spanischer Modefotografen gezeigt. Mit dem Titel “Homenaje a la Moda Española” wurden Fotos zum Thema Zirkus ausgestellt ("el leitmotiv del reportaje", wie es so schön heißt), die Mode von 25 spanischen Designern zeigen.
Hier der Pavillion hinter Büschen versteckt:

und zwei Fotos der Ausstellung:


Zufällig stolperte ich anschließend auch noch über das büchsenähnliche Gebäude, in dem gerade die "Pasarela Cibeles", die Modewoche, auf der Madrider Designer ihre neue Kollektion zeigen, und von der die ganze Stadt spricht, stattfindet.
Neugierig schaute ich mir das Foyer an...

und kam mit fetter Beute wieder heraus (zu meiner Verteidigung muß ich sagen, dass mir das alles zugesteckt wurde - wie es auf Messen eben so üblich ist).

Hinter dem Gebäude war eine Leinwand aufgebaut, auf der die jeweilige Show für das "gemeine Volk" gezeigt wurde:

Da ich nun schon mal dort war und es gerademal später Nachmittag war, schaute ich mir noch den südlichen Teil des Retiro-Parks an (beim ersten Mal hatte ich nur den nördlichen Teil, in dem der See liegt, gesehen).
Zuerst wandelte ich im Rosengarten, in dem unzählige verschiedene Rosenarten aus allen Teilen der Erde blühen.


Dann zur "Fuente del Ángel Caído", der einzigen Statue der Welt, die zu Ehren des Engels Luzifer errichtet wurde.


Weiter zum "Palacio de Cristal", einem wunderschönen Glaspavillion aus dem Jahr 1887.

Komischerweise wird in seinem Inneren Holz aufbewahrt - wirklich sehr seltsam...

Zu guter Letzt schaute ich mir noch den "Bosque del Recuerdo" ("Wald der Erinnerungen") an. Nach meiner anfänglichen (,naiven - wie ich gestehen muß,) Verwunderung über den nicht sehr üppig bewachsenen Wald, las ich dann im Reiseführer, dass es sich hierbei um eine Erinnerungsstätte für die 191 Opfer der Madrider Zuganschläge am 11. März 2004 handelt - für jeden Toten wurde symbolisch ein Zypressen- oder Olivenbaum gepflanzt.

Tja, das war dann auch schon wieder das "Best of" meiner vergangenen Woche.
Dieses Wochenende wird auf jeden Fall wieder sehr kulturell - in Madrid ist die "Noche en Blanco", d.h. von Samstag 21 Uhr bis Sonntag 7 Uhr gibt es an unterschiedlichen Orten in der gesamten Stadt Musik, Theater, Tanz etc. - freu mich schon darauf!
Außerdem werde ich Ruth aus meinem Weiterbildungskurs treffen, die kurz in die Stadt weilt.
Ich wünsche Euch allen ein wunderschönes Wochenende!
